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Brauchen wir die Bauern überhaupt noch?
Ist der Bauernstand der Vernichtung preisgegeben ?
Vorweg eines. Es soll
mit diesem Schreiben nicht sinniert werden wie schlecht es uns geht, oder wie ausweglos das Ganze ist, sondern es soll jeder angeregt werden, sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen. Denn jede Veränderung beginnt zuerst im Kopf. Wir wollen über Fakten informieren, die oftmals verschwiegen werden.
Nicht pessimistisch,
sondern realistisch müssen diese Dinge gesehen werden. Denn nur wer die
Probleme kennt, der kann sie beseitigen.
Kein vernünftig denkender Mensch kann das nachvollziehen, was da an
Verordnungen vor allem auf dem Agrarsektor erlassen wird.
Im Osten ist die zentralistische Kommandowirtschaft der Kommunisten Gott
sei Dank zusammengebrochen, und in Brüssel wird sie wieder aufgebaut.
Wohin führt diese Entwicklung?
Die vielen Milliarden die der Bauer bekommt
Genau diese Funktionäre lassen es seit Jahrzehnten zu, daß die
Öffentlichkeit glaubt, die Bauern leben wie die Maden im Speck und
wollen noch immer mehr Subventionen. Leider fragt sich niemand, wenn es den
Bauern so gut geht, warum geben dann immer mehr auf ?
Wachse oder Weiche heißt das Motto
5 Mitgliedstaaten (D,E,F,I,GB) 90% aller EU-Flächenbeihilfen.
Aber die wirklichen Gewinner sind die verarbeitende
Industrie und Handel, und Bereiche, wo man glaubt, daß dies mit Landwirtschaft nichts zu tun hat. Aber es fällt alles ins Landwirtschaftbudget.
Daten von 1997
Zuckerexportstützung 16 Milliarden Schilling
Abschluß der Daten ist noch interessant, wie
Ausgabeposten in der EU verteilt sind, nämlich über 97 % des gesamten Budget verwalten
die nicht gewählten, und wie man gesehen hat, nicht zur Rechenschaft Kommissare, der Rest ist aufgeteilt auf Rat, Parlament, Gerichtshof und
Rechnungshof.
Das demokratisch gewählte EU-Parlament mit ihren 700 Mandataren verwaltet nur ca. 1 % des EU-Budget.
Der Handlungsspielraum der Regierungen wird nach und nach an
eine internationale Wirtschaft abgetreten, die nur ein Ziel kennt: Globale
Mehrung von Kapital und Macht. Die so entstandenen und international
verflochtenen Kapitalgesellschaften, an ihrer Spitze die Pharma und
Petrochemie, benutzen Gebilde wie die EU, für Ihre Zwecke.
Allein in Brüssel sind 10.000 Lobbyisten aktiv, das heißt Leute die von
Ihren Unternehmen dorthin entsandt werden, dort auch Ihre Büros haben, und nur
den einzigen Zweck dienen, die Entscheidungen die dort getroffen werden, zu
Gunsten Ihres Unternehmens oder Wirtschaftszweiges zu beeinflussen.
Die Entscheidungsfindung von den Kommissaren und den rund 700
EU-Parlamentariern wird natürlich von diesen 10.000 Lobbyisten massiv
gesteuert, sonst würden sie nicht in solcher Zahl von der Wirtschaft auch noch
gut bezahlt werden.
Gleichzeitig ist man dabei, das Netz der weltweiten Kapitalströme
auszubauen, und lästige nationale Verordnungen auszuschalten, die auf Grund von
Umwelt und gewachsenen Strukturen entstanden sind.
Dieses Bestreben hat den Namen MAI (Multinationales Abkommen für
Investitionen). Was in diesem Papier steht, überschreitet so manche
Vorstellungen und würde den Rahmen hier sprengen. Und nicht umsonst sagte der
Münchner OB Ude "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis von der
Industrie die zehn Gebote als "verhängnisvoll für den
Wirtschaftsstandort Deutschland bezeichnet
werden.
Allein der Einfluß vom "European Roundtable
of Induszrialists" abgekürzt ERT, dem 45 Vorstandsvorsitzende der größten
europäischen Multis angehören, ist schier unglaublich und würde alleine eine
Abhandlung füllen. Dieser Club bereitet Vorschläge bis zum fertig formulierten Gesetzestext vor, die dann die EU-Kommissare umsetzen.
Eine Europa der V¨lkerverständigung und politischen Einigkeit kann das Ziel
sein, aber nicht ein Europa der Konzerne wie es momentan ist.
Der Bauer als Bittsteller und Subventionsempfänger.
Alle Bauern werden mit Bürokratischen Hürden
(z.B. Mehrfachantrag) geradezu überhäuft, wo ein durchblicken so schwierig ist
, daß sich die Bauern versammeln müssen, um unter fachlicher Anleitung Anträge
ausfüllen zu können. Wird etwas falsch ausgefüllt, oder nicht zum richtigen
Zeitpunkt gemeldet, muß man um Stützungen bangen oder sogar Strafe bezahlen
Und immer wieder versichern Bauernfunktionäre, wir arbeiten für Euch und
setzen uns für Euch ein.
Aber es ist sogar ein Österreicher Landwirtschaftskommissar und geändert
hat sich gar nichts, im Gegenteil. Die Maschinerie läuft immer schneller
Aber dem nicht genug . Gentechnik, jetzt unter dem Namen , stellt so manches Dagewesene in den Schatten. über
diese Thema werden wir ein anderes mal ausführlicher schreiben. Nur soviel:
Durch die geschaffene MÖglichkeit, Pflanzensorten , Gene und manipulierte
Organismen zu patentieren, wird der Bauernstand noch weiter geknebelt, und das
Ziel der Pharma Multis, sowohl die Medizin als auch die
Nahrungsmittelproduktion vom Samenkorn bis zur Konservenbüchse zu beherrschen,
rückt immer näher. Von gesundheitlichen Bedenken ganz zu schweigen
Letzter Auswuchs, das sogenannte
Bis jetzt verpflichteten Pharmafirmen (Saatgutfirmen),
unter Androhung von gewaltigen Strafen, Bauern vertraglich dazu, die geernteten
Samen nicht wieder für den Anbau zu verwenden, damit jedes Jahr neues Saatgut
gekauft werden muß. Da dies nicht immer funktionierte und die Bauern, gerade in
den USA und in Europa, mit Klagesfluten
eingedeckt werden mußten, wurde eine "Verbesserung" erfunden, nämlich
die Terminatorpflanze, die nur einmal wächst, d.h. der geerntete Samen geht
nicht mehr auf. Man überlege sich diese Perversion genau.
Aber der Weg ist von Brüssel vorgegeben. Das Ziel ist immer mehr immer
billiger zu erzeugen. Bei diesem Wettlauf werden zwangsläufig die
Familienbetriebe auf der Strecke bleiben.
Man braucht sich ja nur anzusehen wie viele Ihre Höfe noch im Vollerwerb
führen können. Die meisten sind gezwungen, anderwärtig einer Arbeit
nachzugehen. Der damit verbundene zusätzliche Zeiteinsatz, der so oft auch auf
den Bäuerinnen lastet, tut das seine dazu. Nicht zuletzt verliert auch ein Land mit der Bauernschaft die Möglichkeit,
sich in der Krise selbst zu ernähren.
Hiezu sollte uns auch die jüngste Geschichte an etwas erinnern. Denn es war
Josef Stalin, der wußte, daß er Russland nur in den bolschewistischen Griff
bekommen kann, wenn es ihm gelingt den Bauernstand zu zerschlagen. Deshalb ließer mit Gewalt Kolchosen und Sowchisen errichten, damit die Wurzeln von Kultur
und Religion der Gesellschaft ausgerissen wurden. Anstelle der Kleinbetriebe
entstanden so wie heute in der EU, riesige Agrarfabriken. Man sollte sich dazu Gedanken machen, damit nicht anstelle des
Bolschewismus ein mindestens ebenso gnadenloser Kapitalismus tritt.
Denn mit dem Bauerstand gehen mehr als nur Arbeitsplätze verloren.
Gibt es Auswege ? |