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Schrimps und Garnelen
Von
Ariane Moos für ZEIT.de
Dorit Siemers und
Heiko Thiele reisten fünf Monate durch Mittelamerika und untersuchten
die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Shrimpkulturen. Das
Ergebnis ist ernüchternd. Ende der 1980er-Jahre wurde die Garnelenzüchtung
als Zaubermittel gepriesen: Die eiweißhaltigen Tiere sollten die Ernährungsprobleme
der südlichen Länder lösen, gleichzeitig Arbeitsplätze
schaffen und für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen. Ähnlich wie
einst bei der grünen Revolution, wo man das Allheilmittel
in der produktivitätssteigernden Wirkung der Düngemittel vermutete,
sah man bei der blauen Revolution die Lösung der Probleme
in den Aquakulturen. Weltbank und Entwicklungshilfe-Programme förderten
diese Entwicklung intensiv und brachten einen Kreislauf in Gang, der viele
Verlierer und wenig Profiteure zu Tage fördert.
Die natürlichen
Bestände reichen längst nicht mehr aus; die Larven werden mittlerweile
in Laboratorien hergestellt (und gentechnisch verändert) und die Garnelen
in riesigen Shrimp-Farmen gezüchtet. Die Mangrovenwälder entlang
der subtropischen und tropischen Küsten, die zu den produktivsten Ökosystemen
der Welt gehören, eignen sich besonders gut zur Errichtung
der Zuchtbecken. In dem guatemaltekischen Fischerdorf Champerico werden
in 34 Bassins 200.000 Garnelen pro Hektar gezüchtet. Sie sind keine
guten Futterverwehrter: Um ein Kilo Shrimps zu produzieren werden zuvor
zwei bis drei Kilo Fischmehl verfüttert. Um Krankheiten entgegenzuwirken,
werden täglich 30-50% des Wassers ausgetauscht. Die Gefahr von Seuchen
wird mit Antibiotika und Chemikalien gebannt, die mit dem Wasseraustausch
direkt in die Mangroven gespült werden. Einige der eingesetzten Produkte
sind in der EU verboten, da sie Krebs und Mutationen hervorrufen können.
Die gesundheitlichen Schäden bei Menschen und Tieren bleiben dementsprechend
in den Umgebungen der Zuchtfarmen nicht aus. Zwar gibt es durchaus Umweltgesetze
und Naturschutzgebiete, doch die Unternehmen werden nicht zur Verantwortung
gezogen, da es niemanden gibt, der Anzeigen verfolgt, erläutert
Thiele.
Die Becken können
jedoch nur temporär genutzt werden: Nach zehn bis zwölf Jahren
sind sie so verbraucht (vergiftet), dass sie stillgelegt werden müssen.
Da es für die Konzerne günstiger ist, neue Produktionsanlagen
zu bauen als die alten aufzubereiten, suchen sie sich neue Standorte. Zurück
bleiben ausgelaugte und für lange Zeit verseuchte Böden. Die Kapazitäten
der Küstenregionen mit den benötigten Bedingungen sind begrenzt,
weshalb ständig neue Zuchtorte gesucht werden. In der letzten Zeit
haben vor allem die Küsten Afrikas an Attraktivität gewonnen und
Garnelenzucht wird dort zunehmend umgesetzt.
Gewinner
sind die transnationalen Konzerne
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