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Getreidesorten - ein kleiner Überblick

Aktualisiert: 6. Jan.

Weizen - Roggen - Gerste
Weizen - Roggen - Gerste

Vor über 12000 Jahren haben die Menschen entdeckt, daß die Körner bestimmter Gräser gut schmecken und sättigen. Zunächst haben sie diese nur gesammelt, später lernten sie aber, solche Gräser in der Nähe ihrer Wohnstätten auszusäen, um sie dann einfacher ernten zu können. Sie bevorzugten beim Sammeln stets die Ähren mit den größten Körnern. Und einige davon säten sie wieder aus. Mit der Zeit entstanden auf diese Weise unsere heutigen Getreidesorten mit besonders großen Ähren, die einen großen Teil unserer Nahrungs- und Futtermittel liefern.

Die Körner sind reich an Nährstoffen wie Eiweiß, Stärkemehl, Fette, Mineralstoffe und Vitaminen.

 

🌾 Einkorn

 

Geschichte: älteste bekannte Getreidesorte

(schon in der Steinzeit genutzt, … über 10.000 Jahre alt)

Botanik: Urweizen, wenig verändert, nur 1 Korn pro Ährchen

Besonderheit: sehr kleiner Ertrag, dafür hohe Qualität,

sehr ursprüngliche Form, wenig gezüchtet

Vorteile: reich an Mineralstoffen, wie Magnesium und Zink,

hoher Eiweißgehalt, reich an Carotinoide (sekundäre Pflanzenstoffe);

Sie alle sind wichtige Nährstoffe für eine gesunde Ernährung!

Heilkräfte: gut verträglich, kann entzündungshemmend wirken,

oft besser verträglich als der moderne Weizen

 

🌾 Kamut (Khorasan-Weizen)

 

Geschichte: alte Weizensorte aus dem Orient

Botanik: großkörniger Weizen

Besonderheit: nussiger Geschmack

Vorteile: mehr Eiweißgehalt und Mineralstoff (zB Selen (essenzielles Spurenelement)

als moderner Weizen (Selen spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem,

Schilddrüse und als Zellschutz)

Heilkräfte: oft besser verträglich als normaler Weizen

kann Entzündungen im Körper reduzieren

 

🌾 Weizen

 

Geschichte: seit Jahrtausenden Hauptnahrungsmittel,

eines der wichtigsten Kulturgetreide weltweit

Botanik: Süßgras, viele Züchtungen (stark gezüchtet), viele Sorten

braucht viel Wärme und Licht

Besonderheit: sehr vielseitig verwendbar,

Grundlage für Brot, Nudeln, Kuchen …

Vorteile: liefert schnell Energie, gute Backeigenschaften

Heilkräfte: hoher Eiweißgehalt, Vitamin B1+B2, liefert Energie

aber für manche wegen der Züchtungen nicht gut verträglich („Weizenallergie“)


🌾 Dinkel

 

Geschichte: beliebtes Getreide im Mittelalter (Hildegard von Bingen)

Botanik: Vorfahre vom Weizen

Besonderheit: robuste Pflanze

Vorteile: reich an Vitaminen (B-Gruppe, Vitamin A+E) und Mineralstoffen (Kalium, Phosphor,

Eisen … mehr als im Weizen)

Menschen, die auf das Eiweiß von anderen Getreidesorten allergisch reagieren, vertragen

unter Umständen Dinkel gut!

Heilkräfte: gilt als „wärmend“ und (nerven-) stärkend

 

🌾 Grünkern

 

Geschichte: entstand aus der Not heraus, bevor es zu Ernteausfällen wegen Unwetter

kommt

Botanik: unreif geernteter (getrockneter) Dinkel

ist ein in der Milchreife geernteter und auf Holzfeuer gedarrter Dinkel

Besonderheit: daher ein rauchiger Geschmack

Vorteile: Viel Eisen und Magnesium;

wird gerne für Laibchen, Aufläufe, Suppen und Aufstriche verwendet

Heilkräfte: unterstützt Nerven und Muskeln

 

🌾 Roggen

 

Geschichte: die vermutlich jüngste Getreideart (2500 Jahre)

wichtig in Nordeuropa (in kühleren Regionen)

Botanik: anspruchslos an den Boden, frosthart, sehr widerstandsfähig

Tiefwurzler, daher sehr standfest

Besonderheit: ideal für Sauerteig-Brot

Vorteile: lange sättigend

Heilkräfte: gut für Verdauung und Darm - fördert eine gesunde Darmflora

enthält reichlich Vitamine vom B-Komplex und viele Mineralstoffe

 

🌾 Gerste

 

Geschichte: eines der ältesten Getreide

(bekannt seit dem Altertum – Ägypter, Griechen, Römer, China …)

Botanik: zweizeilig oder mehrzeilig = unterschiedliche Ährenformen

            ist an den auffallend langen Grannenhaaren gut erkennbar

klimatisch sehr anpassungsfähig

Gerste ist von den Spelzen fest umschlossen, muß daher geschält werden

und sie hat von allen Getreidearten die kürzeste Vegetationszeit

Besonderheit: Grundlage für Bier (Malz)

Vorteile: Reich an Ballaststoffen

Heilkräfte: Kann Cholesterin senken

wirkt positiv auf das Nervensystem, fördert die Konzentrationsfähigkeit

bildet beim Kochen viel Schleim, hilft bei Magen- oder Darmentzündungen

 

🌾 Hafer

 

Geschichte: : lange als Tierfutter genutzt (!),  lange unterschätzt, dann erst die positive

Wirkung für den Menschen erkannt

(vor rund 5000 Jahren ist „Hafer in der heutigen Art“ gezüchtet worden)

Botanik: die Urform vom Hafer ist ein Spelzgetreide

der Nackthafer wurde durch Züchtung (erst vor ca. 100 Jahren) entwickelt, um die Spelzen

zu entfernen, was die Verarbeitung erleichtert und den Nährwert erhöht

Besonderheit: Sehr nährstoffreich

reich an wertvollem Eiweiß

Vorteile: gut für Herz und Nerven

der hohe Fettgehalt regt den Wärmeorganismus des Menschen an

wenig Klebereiweiß – beim Backen muß Hafer mit Weizen/Dinkel gemischt werden

Hafer eignet sich hervorragend für den Frischkornbrei/Müsli

Heilkräfte: Senkt Blutzucker und Cholesterin

 

🌾 Reis

 

Geschichte: Grundnahrungsmittel in Asien (seit über 5000 Jahren)

Botanik: Wasserliebendes Süßgras

Spelzgetreide

wächst auf Feldern, die mit Wasser überflutet werden

Reis benötigt ein warmes, feuchtes Klima zum Wachsen (überwiegend der Anbau in den

Monsunregionen Asiens)

Besonderheit: glutenfrei

Vorteile: Leicht verdaulich, sehr bekömmlich

Heilkräfte: Schonend für Magen und Darm

 

 

🌽 Mais

 

Geschichte: Ursprung in Mittelamerika

Grundnahrung der Maya und Azteken

Mais ist mit Christoph Kolumbus nach Europa gekommen

Botanik: Großes Süßgras

Besonderheit: viele Farben (gelb, weiß, rot oder blau)

war erst eine exotische Zierpflanze (wie Paradeiser und Erdäpfel), erst ab dem 17.

 Jahrhundert wurde Mais gezielt als Getreide angebaut

Vorteile: glutenfrei, Energielieferant

vorwiegend ist Mais eine Futterpflanze für die Tiere (und Massentierhaltung)

Heilkräfte: Liefert wichtige Antioxidantien (sekundäre Pflanzenstoffe)

 

🌾 Hirse

 

Geschichte: Sehr alte Kulturpflanze

früher wichtiges Brotgetreide und die Hauptnahrung der ärmeren Bevölkerung

Botanik: Sammelbegriff für viele Arten

Rispengetreide

Hirse ist frostempfindlich und braucht viel Wärme für Wachstum und Reife

gedeiht auch bei Wassermangel

Besonderheit: glutenfrei

Vorteile: reich an Eisen und Silizium (stärkt den Knochenaufbau und fördert Haarwuchs)

Heilkräfte: Gut für Haut, Haare und Nägel


🌱 Quinoa

 

Geschichte: „Gold der Inka“, heilige Pflanze der Inka

Botanik: Pseudogetreide (kein echtes Getreide)

Besonderheit: enthält alle essenziellen Aminosäuren

Vorteile: glutenfrei, eiweißreich, nährstoffreich

Heilkräfte: unterstützt Muskelaufbau

 

🌱 Amaranth

 

Geschichte: Heilige Kulturpflanze der Azteken

Botanik: Pseudogetreide (kein echtes Getreide)

Besonderheit: sehr kleines Korn

Vorteile: reich an Calcium und Eisen

Heilkräfte: gut für Knochen und unterstützt die Blutbildung


Quinoa - Hirse - Amaranth
Quinoa - Hirse - Amaranth

 


 

 

 
 
 

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