Getreidesorten - ein kleiner Überblick
- guntherreisinger
- 5. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Jan.

Vor über 12000 Jahren haben die Menschen entdeckt, daß die Körner bestimmter Gräser gut schmecken und sättigen. Zunächst haben sie diese nur gesammelt, später lernten sie aber, solche Gräser in der Nähe ihrer Wohnstätten auszusäen, um sie dann einfacher ernten zu können. Sie bevorzugten beim Sammeln stets die Ähren mit den größten Körnern. Und einige davon säten sie wieder aus. Mit der Zeit entstanden auf diese Weise unsere heutigen Getreidesorten mit besonders großen Ähren, die einen großen Teil unserer Nahrungs- und Futtermittel liefern.
Die Körner sind reich an Nährstoffen wie Eiweiß, Stärkemehl, Fette, Mineralstoffe und Vitaminen.
🌾 Einkorn
Geschichte: älteste bekannte Getreidesorte
(schon in der Steinzeit genutzt, … über 10.000 Jahre alt)
Botanik: Urweizen, wenig verändert, nur 1 Korn pro Ährchen
Besonderheit: sehr kleiner Ertrag, dafür hohe Qualität,
sehr ursprüngliche Form, wenig gezüchtet
Vorteile: reich an Mineralstoffen, wie Magnesium und Zink,
hoher Eiweißgehalt, reich an Carotinoide (sekundäre Pflanzenstoffe);
Sie alle sind wichtige Nährstoffe für eine gesunde Ernährung!
Heilkräfte: gut verträglich, kann entzündungshemmend wirken,
oft besser verträglich als der moderne Weizen
🌾 Kamut (Khorasan-Weizen)
Geschichte: alte Weizensorte aus dem Orient
Botanik: großkörniger Weizen
Besonderheit: nussiger Geschmack
Vorteile: mehr Eiweißgehalt und Mineralstoff (zB Selen (essenzielles Spurenelement)
als moderner Weizen (Selen spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem,
Schilddrüse und als Zellschutz)
Heilkräfte: oft besser verträglich als normaler Weizen
kann Entzündungen im Körper reduzieren
🌾 Weizen
Geschichte: seit Jahrtausenden Hauptnahrungsmittel,
eines der wichtigsten Kulturgetreide weltweit
Botanik: Süßgras, viele Züchtungen (stark gezüchtet), viele Sorten
braucht viel Wärme und Licht
Besonderheit: sehr vielseitig verwendbar,
Grundlage für Brot, Nudeln, Kuchen …
Vorteile: liefert schnell Energie, gute Backeigenschaften
Heilkräfte: hoher Eiweißgehalt, Vitamin B1+B2, liefert Energie
aber für manche wegen der Züchtungen nicht gut verträglich („Weizenallergie“)
🌾 Dinkel
Geschichte: beliebtes Getreide im Mittelalter (Hildegard von Bingen)
Botanik: Vorfahre vom Weizen
Besonderheit: robuste Pflanze
Vorteile: reich an Vitaminen (B-Gruppe, Vitamin A+E) und Mineralstoffen (Kalium, Phosphor,
Eisen … mehr als im Weizen)
Menschen, die auf das Eiweiß von anderen Getreidesorten allergisch reagieren, vertragen
unter Umständen Dinkel gut!
Heilkräfte: gilt als „wärmend“ und (nerven-) stärkend
🌾 Grünkern
Geschichte: entstand aus der Not heraus, bevor es zu Ernteausfällen wegen Unwetter
kommt
Botanik: unreif geernteter (getrockneter) Dinkel
ist ein in der Milchreife geernteter und auf Holzfeuer gedarrter Dinkel
Besonderheit: daher ein rauchiger Geschmack
Vorteile: Viel Eisen und Magnesium;
wird gerne für Laibchen, Aufläufe, Suppen und Aufstriche verwendet
Heilkräfte: unterstützt Nerven und Muskeln
🌾 Roggen
Geschichte: die vermutlich jüngste Getreideart (2500 Jahre)
wichtig in Nordeuropa (in kühleren Regionen)
Botanik: anspruchslos an den Boden, frosthart, sehr widerstandsfähig
Tiefwurzler, daher sehr standfest
Besonderheit: ideal für Sauerteig-Brot
Vorteile: lange sättigend
Heilkräfte: gut für Verdauung und Darm - fördert eine gesunde Darmflora
enthält reichlich Vitamine vom B-Komplex und viele Mineralstoffe
🌾 Gerste
Geschichte: eines der ältesten Getreide
(bekannt seit dem Altertum – Ägypter, Griechen, Römer, China …)
Botanik: zweizeilig oder mehrzeilig = unterschiedliche Ährenformen
ist an den auffallend langen Grannenhaaren gut erkennbar
klimatisch sehr anpassungsfähig
Gerste ist von den Spelzen fest umschlossen, muß daher geschält werden
und sie hat von allen Getreidearten die kürzeste Vegetationszeit
Besonderheit: Grundlage für Bier (Malz)
Vorteile: Reich an Ballaststoffen
Heilkräfte: Kann Cholesterin senken
wirkt positiv auf das Nervensystem, fördert die Konzentrationsfähigkeit
bildet beim Kochen viel Schleim, hilft bei Magen- oder Darmentzündungen
🌾 Hafer
Geschichte: : lange als Tierfutter genutzt (!), lange unterschätzt, dann erst die positive
Wirkung für den Menschen erkannt
(vor rund 5000 Jahren ist „Hafer in der heutigen Art“ gezüchtet worden)
Botanik: die Urform vom Hafer ist ein Spelzgetreide
der Nackthafer wurde durch Züchtung (erst vor ca. 100 Jahren) entwickelt, um die Spelzen
zu entfernen, was die Verarbeitung erleichtert und den Nährwert erhöht
Besonderheit: Sehr nährstoffreich
reich an wertvollem Eiweiß
Vorteile: gut für Herz und Nerven
der hohe Fettgehalt regt den Wärmeorganismus des Menschen an
wenig Klebereiweiß – beim Backen muß Hafer mit Weizen/Dinkel gemischt werden
Hafer eignet sich hervorragend für den Frischkornbrei/Müsli
Heilkräfte: Senkt Blutzucker und Cholesterin
🌾 Reis
Geschichte: Grundnahrungsmittel in Asien (seit über 5000 Jahren)
Botanik: Wasserliebendes Süßgras
Spelzgetreide
wächst auf Feldern, die mit Wasser überflutet werden
Reis benötigt ein warmes, feuchtes Klima zum Wachsen (überwiegend der Anbau in den
Monsunregionen Asiens)
Besonderheit: glutenfrei
Vorteile: Leicht verdaulich, sehr bekömmlich
Heilkräfte: Schonend für Magen und Darm
🌽 Mais
Geschichte: Ursprung in Mittelamerika
Grundnahrung der Maya und Azteken
Mais ist mit Christoph Kolumbus nach Europa gekommen
Botanik: Großes Süßgras
Besonderheit: viele Farben (gelb, weiß, rot oder blau)
war erst eine exotische Zierpflanze (wie Paradeiser und Erdäpfel), erst ab dem 17.
Jahrhundert wurde Mais gezielt als Getreide angebaut
Vorteile: glutenfrei, Energielieferant
vorwiegend ist Mais eine Futterpflanze für die Tiere (und Massentierhaltung)
Heilkräfte: Liefert wichtige Antioxidantien (sekundäre Pflanzenstoffe)
🌾 Hirse
Geschichte: Sehr alte Kulturpflanze
früher wichtiges Brotgetreide und die Hauptnahrung der ärmeren Bevölkerung
Botanik: Sammelbegriff für viele Arten
Rispengetreide
Hirse ist frostempfindlich und braucht viel Wärme für Wachstum und Reife
gedeiht auch bei Wassermangel
Besonderheit: glutenfrei
Vorteile: reich an Eisen und Silizium (stärkt den Knochenaufbau und fördert Haarwuchs)
Heilkräfte: Gut für Haut, Haare und Nägel
🌱 Quinoa
Geschichte: „Gold der Inka“, heilige Pflanze der Inka
Botanik: Pseudogetreide (kein echtes Getreide)
Besonderheit: enthält alle essenziellen Aminosäuren
Vorteile: glutenfrei, eiweißreich, nährstoffreich
Heilkräfte: unterstützt Muskelaufbau
🌱 Amaranth
Geschichte: Heilige Kulturpflanze der Azteken
Botanik: Pseudogetreide (kein echtes Getreide)
Besonderheit: sehr kleines Korn
Vorteile: reich an Calcium und Eisen
Heilkräfte: gut für Knochen und unterstützt die Blutbildung




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